|
Diesmal geht es um den Hunger und einige der äußerst zweckmäßigen
Einrichtungen, welche die Bärtierchen zum Essenfinden und Essen verwenden. Wir besprechen
dieses Thema am Beispiel von Milnesium tardigradum,
einer einfach zu findenden und leicht zu studierenden Art.
Bei anderen Bärtierchen gibt es zum Teil markante Unterschiede, auf die
wir in späteren Ausgaben des Bärtierchen-Journals
eingehen werden.
|
Der Video-Clip spricht für sich. Mancher Leser wird schon jetzt
ohne weiteres nachvollziehen können, daß da jemand eine Nase gebraucht,
quasi schnüffelt. Wer noch zweifelt, schaue die parallel publizierte
Kurzfilmsequenz in
Micscape an, welche die Gestik und Motorik des ganzen,
gierig forschenden Tiers zeigt.
Die um die Mundöffnung angeordneten, beweglichen Stiftchen werden als
circumorale Papillen bezeichnet, die beiden seitlichen im Wangenbereich,
welche ebenfalls der Sensorik dienen, als laterale Papillen.
Die Bärtierchen-Forscher haben in diesem Zusammenhang auch den recht
treffenden Begriff circumorales Sinnesfeld geprägt.
Einige schließen aus dem üppigen Instrumentarium
sogar auf ein ausgeprägtes Sinnesleben.
Im Video präsentiert Milnesium tardigradum noch ganz nebenbei seine
charakteristische "Milnesium-Klaue".
In der Übersichtsaufnahme unten ist zu sehen, wie die kurze, breite
Speiseröhre in den, bei Milnesium birnenförmigen, Schlundkopf mündet,
welcher gleichzeitig zum Saugen und zum Kauen dient. Die hierfür
zuständige, kräftige Muskulatur ist an der Querstreifung des
Schlundkopfes zu erkennen. Speiseröhre, Kaumagen und Stilette sind allesamt
Bestandteile des sogenannten Bucchalapparates welcher auch
beim quicklebendigen Tier unter dem Mikroskop gut zu erkennen und
gleichzeitig wichtiges Kriterium für die Artbestimmung ist.
|